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 Berufsfeuerwehr Ausbildung: 12 Dinge, die Ihr wissen müsst!!

Berufsfeuerwehr Ausbildung – was muss ich dafür wissen, wie kann es mit dem Traumjob klappen? Hier findet Ihr Antworten auf die 12 häufigsten Fragen von Berufsanfängern – und weitere Tipps! Mehr als 100 Berufsfeuerwehren bieten in Deutschland die Möglichkeit für den Start einer Feuerwehrkarriere – als Berufsfeuerwehrfrau oder Berufsfeuerwehrmann. Noch nie waren die Chancen bei der Berufsfeuerwehr hauptberuflich zu arbeiten so hoch wie heute – denn der Bedarf an Nachwuchs ist sehr hoch.

 

“Grundsätzlich spielen bei den Bewerbern die gesundheitliche Eignung, die berufliche Qualifikation sowie die Persönlichkeit eine wesentliche Rolle”, betont Thomas Lembeck, Vorsitzender des Arbeitskreises Ausbildung bei der Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren (AGBF). “Wir hinterfragen die Einstellung zur Feuerwehr bei jedem Anwärter sehr kritisch.”

erufsfeuerwehrmann werden: Welche Grundvoraussetzungen muss ich für die Bewerbung mitbringen?

 

Wer ein Berufsfeuerwehrmann oder eine Berufsfeuerwehrfrau werden möchte, sollte mindestens einen guten Hauptschulabschluss und in der Regel eine erfolgreich abgeschlossene handwerkliche Berufsausbildung vorweisen können. Das Höchstalter am Tag der Einstellung sollte in vielen Fällen 35 Jahre nicht übersteigen (diese Vorgabe variiert je nach Feuerwehr!). Gefordert werden oft zudem das Schwimmabzeichen in Silber und ein Führerschein der Klasse B.

Gibt es gesundheitliche Rahmenbedingungen, die ich erfüllen muss um am Auswahlverfahren teilnehmen zu können?

 

Eine Brille oder Kontaktlinsen beispielsweise bedeuten heute nicht mehr zwangsläufig das Aus vom Traum des Berufsfeuerwehrmannes. Meist gilt jedoch: Die unkorrigierte Sehschärfe darf 0,5 Dioptrien nicht überschreiten. Die Atemschutztauglichkeit nach G26 muss gegeben sein, dazu sollte das Körpergewicht im Rahmen der Formel “Körpergröße in cm weniger 100 = Kilogramm Sollgewicht” (Abweichung maximal 30 Prozent) liegen. Eine Fitness ist von Vorteil, denn ein Bewerber muss sich auch sportlich behaupten können.

 

Kann ich mich ohne abgeschlossene Berufsausbildung für eine Berufsfeuerwehr Ausbildung bewerben?

 

Ja – wenn auch nicht überall. Beispielsweise in Berlin gibt es das Projekt “112 Direkt”, eine kombinierte Grundausbildung für Schulabgänger mit mittlerer Reife. Die Teilnehmer lernen zunächst 18 Monate lang unter Regie der Feuerwehr handwerklich-technische Kenntnisse und starten dann den regulären zweijährigen Ausbildungslehrgang im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst. Ähnliche Angebote bieten auch andere Berufsfeuerwehren – einfach mal die relevanten Feuerwehren kontaktieren und nachfragen!

 

Zur Berufsfeuerwehr Düsseldorf ohne abgeschlossen Ausbildung

Für eine Ausbildung zum Brandmeister fordern die meisten Berufsfeuerwehren eine abgeschlossene (handwerkliche) Lehre. Die Berufsfeuerwehr Düsseldorf bietet eine Stufenausbildung an, die nur die Fachoberschulreife – oder einen gleichwertigen anerkannten Bildungsstand – voraussetzt.

Bewerben kann sich bei der Feuerwehr Düsseldorf, wer mindestens 16 Jahre und 5 Monate alt ist und die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Alternativ dazu: Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaats, eines Vertragsstaats des Abkommens über den europäischen Wirtschaftsraum oder eines Drittlandes, dem Deutschland und die EU vertraglich einen entsprechenden Anspruch auf Anerkennung von Berufsqualifikationen eingeräumt haben. Der Bewerber muss vorstrafenfrei sowie persönlich und gesundheitlich für den Feuerwehr- und Rettungsdienst geeignet sein.

Die Ausbildung bei der Feuerwehr Düsseldorf

dauert insgesamt 37 Monate. 19 Monate entfallen auf die erste, handwerkliche Ausbildungsstufe. Vom ersten bis zum zwölften Monat verdient der Auszubildende zurzeit rund 819 Euro brutto, von 13. bis zum 19. Ausbildungsmonat zirka 863 Euro. Hinzu kommen vermögenswirksame Leistungen.
 

Die zweite, feuerwehrtechnische und rettungsdienstliche Ausbildungsstufe umfasst 18 Monate. In dieser Zeit wird der Azubi zum Brandmeisteranwärter auf Widerruf ernannt. Er erhält nun (20. bis 37. Monat) Anwärterbezüge für die Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt (ehemals mittlerer Dienst).

 

Haben auch Ausländer eine Chance bei der Feuerwehr?

 

Eingestellt wird, wer Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes ist, oder wer die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union besitzt. Bewerber mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht, um einen Querschnitt der Bevölkerung auch innerhalb der Feuerwehr abzubilden, was auch im Einsatz von Vorteil sein kann.

 

Wo genau kann ich mich bewerben?

 

Eine vollständige und aktuelle Liste aller 107 Berufsfeuerwehren mit allen Kontaktdaten kann hier kostenlos heruntergeladen werden! Die Feuerwehren informieren heute im Internet über die Möglichkeiten ihrer Stufenausbildung. Zu finden sind oftmals neben wichtigen allgemeinen Informationen über die Feuerwehr auch die Adressen für die Bewerbungen. Es empfiehlt sich, wenn sich Bewerber als örtlich flexibel erweisen – also sich auch bei vielen Feuerwehren bewerben, nicht nur bei den nächstgelegenen.

 

Wann kann ich mich für die Ausbildung bei der Feuerwehr bewerben?

 

Bewerbungen sind in den meisten Feuerwehren das ganze Jahr über möglich. Wenn die Zeugnisse entsprechend gut aussehen, gibt es meistens zeitnah nach der Bewerbung eine Einladung zum Eignungstest – sonst kommen die Unterlagen der Bewerbung natürlich zurück. Auch hier gilt: Im Zweifel vorher nachfragen!

Was kann ich vor dem Eignungstest / Einstellungstest tun?

 

Eine gute Vorbereitung ist das A und O, sagen die für den Einstellungstest Verantwortlichen. Allgemeinwissen liest man sich nicht in wenigen Tagen an, Grundrechenarten ohne Taschenrechner sollte man ebenso beherrschen wie Prozentrechnung und die Flächenbemessung. Körperliche Fitness ist die Grundvoraussetzung, um erfolgreich beim Sporttest zu sein. Für eine intensive Vorbereitung gibt es Fachliteratur.

Buchtipp: Testtraining Polizei und Feuerwehr

Wer Berufsfeuerwehrmann werden möchte (oder Berufsfeuerwehrfrau), der muss zunächst mit der Bewerbung glänzen und anschließend einen Feuerwehr-Einstellungstest bestehen. Nur wer gut vorbereitet ist, kommt durch das Auswahlverfahren – und hat die besten Chancen auf eine Karriere bei der Feuerwehr!

Das Buch „Testtraining Polizei und Feuerwehr“  ist die ideale Hilfe, um sich gezielt auf die Bewerbung, Vorstellungsgespräch, und den Eignungstest bei der Feuerwehr vorzubereiten.

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Wie läuft die Ausbildung bei der Feuerwehr ungefähr ab?

 

Im ersten Ausbildungsschritt erfahren die Anwärter 18 bis 24 Monate lang eine Grundlagenausbildung mit den Schwerpunkten Technik, Feuerwehrtaktik, Biologie, Chemie, Physik, Atemschutz, Sportabzeichen, Rettungsschwimmerabzeichen, Führerscheinausbildung CE und Praktika in einer Feuerwache. Dort, wo die Feuerwehr auch den Rettungsdienst leistet, gehört ein Praktikum im Rettungsdienst zur Ausbildung. Bei einer dualen Ausbildung – Feuerwehr und zusätzliches Berufsbild – gibt es individuelle Vorgaben.

 

Welche Möglichkeiten habe ich nach der bestandenen Ausbildung?

 

Berufsfeuerwehrleute werden heute in fast allen großen Feuerwehren händeringend gesucht. Wer die Ausbildung in der Tasche hat, hat gute Chancen. Es winken die Übernahme ins Beamtenverhältnis und der Einsatz im Löschzug. An den Feuerwehrschulen werden regelmäßig Fortbildungen angeboten.

Welche Qualifizierungsmöglichkeiten bietet die Feuerwehr?

 

In vielen Feuerwehren gibt es verschiedene Spezialeinheiten, das Spektrum reicht von Höhenrettern über Taucher bis hin zu Fachleuten für die Schiffsbrandbekämpfung, etwa in Hamburg, Kiel oder Lübeck. Außerdem gibt es Ausbildungen zum Drehleiter-Maschinisten, zum Bootsführer, zum Leitstellen-Disponenten oder zum Wachausbilder.

 

Was kann ich als Berufsfeuerwehrmann verdienen?

 

Brandmeister erhalten zu Beginn ihrer Dienstzeit rund 2.000 Euro brutto im Monat. Der Familienstand und die Zahl vorhandener Kinder spielen dabei eine Rolle. Verbeamtete Feuerwehrleute müssen sich in der Kranken- und Pflegeversicherung beteiligen, sie benötigen aber weder Renten- noch Arbeitslosenversicherung.

 

Gibt es Aufstiegsmöglichkeiten bei der Feuerwehr?

 

Ja. Bewährte und qualifizierte Gruppenführer aus dem mittleren Dienst können zunächst in den gehobenen Dienst aufsteigen. Für diese Stufe ist sonst normalerweise ein abgeschlossenes Studium die Voraussetzung. Die Ausbildung umfasst in der Vorbereitungsphase über 2 Jahre vier Abschnitte, es folgt der Brandinspektorenlehrgang mit entsprechender Laufbahnprüfung. Danach wäre die Funktion eines Zugführers denkbar. Aus dem gehobenen Dienst besteht auch die Möglichkeit, in den höheren feuerwehrtechnischen Dienst zu wechseln.

 


Tipps zum richtigen Vorgehen bei der Tierrettung

Dackel im Fuchsbau, Pferd in Morast, Kuh in Güllegrube und Schlange in Wohnung – die Liste der Alarmierungsstichworte ließe sich endlos weiterführen. Aber wann ist die Feuerwehr verpflichtet zu helfen und wann handelt es sich um einen Gefallen für die Tierbesitzer.
Die Regelung, wann die Feuerwehr zu einer Tierrettung ausrücken muss, ist von Bundesland zu Bundesland verscheiden. Eines haben alle Landesgesetze gemeinsam: Um eine Zuständigkeit der Feuerwehren begründen zu können, muss das Tier in Gefahr sein. Unter einer Gefahr ist eine Sachlage zu verstehen, die bei ungehindertem Geschehensablauf mit hinreichender Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit zu einem Schaden – also einer Verletzung oder dem Tod des Tieres – führen wird.

 

Maßgeblich ist dabei die Prognose eines fähigen, sachkundigen und besonnenen Feuerwehrmannes zum Einsatzzeitpunkt. Typische Beispiele: Kühe aus einem brennenden Stall retten, Schweine aus einem umgestürzten Transporter befreien. Aus dieser Definition ergeben sich zwei Anhaltspunkte, an denen angesetzt werden kann, um ein Ausrücken der Einsatzkräfte einzugrenzen.

 

Zum Ersten muss eine  hinreichende Wahrscheinlichkeit bestehen, dass das Tier zu Schaden kommen kann. Daraus folgt, dass die reine Möglichkeit einer Verletzung des Tieres nicht ausreicht. Es müssen vielmehr konkrete Tatsachen vorliegen.

Feuerwehr in der Wahrnehmung der Bevölkerung

 

Die rechtlichen Grundlagen bei einer Tierrettung sind die eine Seite. Doch wie sieht es mit der öffentlichen Wahrnehmung der Handlungen der Feuerwehr aus? Ein Bürger bittet die Feuerwehr um Hilfe und die kommt einfach nicht. Schlecht. Es empfiehlt sich deshalb, bei freien Kapazitäten eine Führungskraft in einem Kommandowagen zur Lageerkundung zu entsenden. Im persönlichen Gespräch vor Ort kann der besorgte Bürger vermutlich beruhigt oder es können eventuell weitere erforderliche Schritte eingeleitet werden. Der Betroffene wird so in seiner Not nicht alleine gelassen und gut betreut. Gerade “auf dem Lande” wird das von der Feuerwehr erwartet.

Die 11 größten Irrtümer zu Löschschaum
 

Viele Feuerwehren schwören auf Schaummittel. Wann immer es geht, mischen sie dem Löschwasser Schaummittel in unterschiedlichen Konzentrationen bei. Doch es gibt nach wie vor auch Skeptiker. In manchen Feuerwehren wird bis heute kein Schaummittel zur Brandbekämpfung eingesetzt. Einige Irrtümer über Löschschaum halten sich bei den Feuerwehren hartnäckig. Wir klären auf. 

Irrtum 1: Schaum ist gleich Schaum!

 

Falsch. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Schaumlöschmittel mit verschiedenen Einsatz-Schwerpunkten und unterschiedlichen umwelttechnischen Eigenschaften. Mehrbereich- und Class-A-Schaumlöschmittel bieten sehr breite Einsatzspektren, was der Einsatzvielfalt von kommunalen Feuerwehren sehr entgegenkommt. In der Regel sind diese Schaumlöschmittel fluorfrei und zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Mehrbereich-Schaumlöschmittel sind in der Regel zum Erzeugen von Netzwasser, Schwerschaum, Mittelschaum und Leichtschaum geeignet (hierbei unbedingt die mitgelieferten Angaben auf den Datenblättern beachten).

Irrtum 2: Schaumlöschmittel verpesten die Umwelt!

 

Nein. Richtig eingesetzt, sind Löschschäume hocheffizient und helfen, die eigentliche Umweltkatastrophe – das Brandereignis – schnell und mit weniger Löschmitteleinsatz zu bekämpfen. Das minimiert die Rauchgasemissionen, senkt die Menge an (durch das Brandereignis) kontaminierten Löschwasser und minimiert Wasserschäden.

 

Irrtum 3: Bisher haben wir noch alles mit Wasser gelöscht!

 

Das mag stimmen. Aber war der Löscheinsatz auch effizient? Für viele Brandereignisse ist Schaum das wesentlich effizientere Löschmittel. Selbst wenn sich das jeweilige Schadenereignis auch mit Wasser bekämpfen ließe, kann mit Schaum die Menge an kontaminierten Löschwasser erheblich reduziert werden, die ansonsten ungehindert in die Umwelt oder die Kanalisation gelangen würde. Die Zugabe von Schaummittel reduziert also in vielen Fällen die Einsatzzeit und den Löschmittelverbrauch.

 

Irrtum 4: Druckzumischsysteme sind teurer technischer Schnickschnack!

 

Nicht wirklich. Die weit verbreiteten Z-Zumischer sind in der modernen Feuerwehrlandschaft nicht mehr zeitgemäß. Diese Geräte arbeiten nur bei einem Arbeitspunkt – haben keinen Arbeitsbereich. In der Praxis entscheiden die Tücken der Physik oft über den Einsatzerfolg. Nur wenn der Löschwasser-Eingangsdruck, der Gegendruck, der Löschwasser-Volumenstrom und die Viskosität des Schaumlöschmittels innerhalb der zulässigen Toleranzen liegen, funktioniert auch die Schaumerzeugung korrekt und es wird ein löschfähiger Schaum generiert.

Irrtum 5: Zum Löschen mit Schaum werden Schaumrohre benötigt!

 

Falsch. Zum Löschen mit Schaum sind die mittlerweile üblichen Hohlstrahlrohre ebenfalls bestens geeignet. Bereits ohne die zusätzlichen Schaumadapter erreichen diese Rohre Verschäumungszahlen (VZ) zwischen 3 und 7 und arbeiten damit im Schwerschaumbereich. Werden höhere Verschäumungen benötigt, kann mit optional erhältlichen Schaumadaptern für Schwer- oder Mittelschaum gearbeitet werden. Ein weiterer Vorteil: Je nach Konstruktion der Rohre und Adapter können damit wesentlich bessere Wurfweiten erreicht werden, als mit den konventionellen Schaumrohren. Wie bei allen Armaturen gilt auch hier: Nach dem Einsatz gründlich spülen.

Irrtum 6: Die Konzentration/Zumischrate spielt eh keine Rolle!

 

Die mitgeführten Schaummittelmengen entscheiden im Zusammenhang mit den Einsatzkonzentrationen über den taktischen Einsatzwert der Schaummittelmenge. In Bezug auf einen 20 Liter Kanister Schaummittel bedeutet dies, dass mit einem 3-prozentigen Schaummittel 667 Liter Wasser-Schaummittel-Gemisch (Premix) erzeugt werden können. Danach ist der Kanister leer. Wird stattdessen ein Schaumlöschmittel eingesetzt, das nur mit 0,5 Prozent zugemischt werden muss, ist der taktische Einsatzwert der 20 Liter Konzentrat sechsmal höher. Es können demnach 4.000 Liter Premix erzeugt werden. Da es für eine Feuerwehr erhebliche Vorteile hat, wenn der Einsatzwert so hoch wie möglich ist, geht der Trend zu Schaumlöschmitteln mit geringen Zumischraten. Das erfordert allerdings Zumischer, die diese kleinen Mengen dem Löschwasser exakt zudosieren können. Fällt die tatsächliche Zumischrate aufgrund von Ungenauigkeiten geringer aus, hat das einen negativen Einfluss auf die Löscheffizienz und die Rückbrandbeständigkeit des Löschschaumes. Fällt die Zumischrate zu hoch aus, ergeben sich negative Tendenzen für die Rückbrandbeständigkeit, die Abbrandstabilität und das Fließverhalten des Löschschaumes. Je nach Einsatzszenario und verwendetem Schaummittel können diese Effekte über den Einsatzerfolg eines Löscheinsatzes entscheiden. Daher gilt: Die angegebene Zumischrate muss eingehalten werden!

 

Im Internet werden inzwischen einige Schaummittelrechner angeboten, die sehr einfach zu bedienen sind. Mit diesen Schaummittelrechnern lässt sich mit einer gegebenen Schaummittelmenge der erzeugbare Schaum berechnen oder die erforderliche Schaummittelmenge zur Erzeugung einer bestimmten Menge Löschschaum bestimmen.

Irrtum 7: Class-A-Schaumlöschmittel sind das Gleiche wie die Mehrbereichsschaummittel!

 

Mehrbereich-Schaumlöschmittel sind optimiert für ein sehr breites Anwendungsspektrum. Mit diesen Schaummitteln ist es möglich, sowohl Netzwasser, als auch Schwer-, Mittel- oder Leichtschaum zu erzeugen. Damit wird in der Regel die gesamte Bandbreite im Einsatzspektrum einer kommunalen Feuerwehr abgedeckt.

 

Class-A-Schaumlöschmittel sind optimiert für die Brandbekämpfung in der Brandklasse A. In der Regel erzeugen diese Löschmittel den (optisch) schlechteren Schaum, da dieser zum Beispiel schneller zerfällt als Mehrbereichsschaum. Dieser Effekt ist gewünscht, damit der Schaum die in den Schaumblasen gebundene Flüssigkeit gleichmäßig an das Brandgut abgibt. Trotzdem sind Class-A-Schaummittel in der Regel auch zum Erzeugen von Mittelschaum und für die Brandbekämpfung kleinerer Brände der Klasse B (unpolar) geeignet.

 

Irrtum 8: Filmbildende (fluorhaltige) Schaummittel werden verboten!

 

Die AFFF (aqueous film forming foam, auch A3F genannt) und die alkoholbeständigen AFFF-AR-Schaummittel beinhalten Fluortenside, die durch ihre filmbildenden Eigenschaften für hervorragende Löscheigenschaften bei der Bekämpfung großflächiger Flüssigkeitsbrände sorgen. Allerdings sind die Fluortenside persistent in der Umwelt und stehen deshalb in der Kritik. Seit dem 27. Juni 2011 ist ein Stoff aus der Stoffgruppe der C8-Tenside (das PFOS) verboten. Über eine Reglementierung eines weiteren C8-Tensids (das PFOA) wird aktuell diskutiert.

 

Mittlerweile ist auch für ein weiteres C8-Tensid (PFOA) eine Regelementierung auf den Weg gebracht. Der EU-Verordnung zur Folge dürfen Schaumlöschmittelkonzentrate, die ab dem 4. Juli 2020 in Verkehr gebracht werden, eine maximale Konzentration von 25 ppb PFOA und dessen Salzen oder 1000 ppb für eine oder eine Kombination von PFOA verwandten Substanzen aufweisen. Schaumlöschmittelvorräte, die vor dem 4. Juli 2020 in Verkehr gebracht werden, sind von der Regelung ausgenommen. Ebenso sind nach aktuellem Stand die festgelegten Grenzwerte für PFOA nicht für Löschanlagen im Bestand anwendbar.

 

Wenn PFOA-belastete Schaumlöschmittel nach 2020 mit PFOA-freien Schaumlöschmitteln aufgefüllt werden, weil bei der Funktionsprüfung oder einer Fehlauslösung Schaummittel verbraucht wurde, unterliegt das hergestellte Gemisch nicht den Beschränkungsvorgaben der EU- Verordnung 2017/1000, solange das mit PFOA belastete Schaumlöschmittel vor dem 4. Juli 2020 in Verkehr gebracht wurde.

 

Die meisten Schaumhersteller verwenden deshalb in ihren Rezepturen kürzerkettige Fluorverbindungen (wie zum Beispiel C6). Da es momentan noch keinen gleichwertigen Ersatz für die Fluortenside in filmbildenden Schaumlöschmitteln gibt, können die filmbildenden Schaummittel nicht vollständig verboten werden. Dies ist momentan auch nicht Bestandteil der Diskussionen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen Stoffen ist jedoch wichtig und daher gilt es die Fachempfehlungen des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), des Werkfeuerwehrverbandes Deutschland (WFV) sowie des Umweltbundesamtes (UBA) zu beachten.

 

Irrtum 9: Ohne fluorhaltige Schaummittel geht es nicht!

 

In kommunalen Feuerwehren ist es in der Regel leicht möglich, auf fluorhaltige Schaumlöschmittel zu verzichten. Wie das bewerkstelligt werden kann, ohne die Sicherheit für die Brandbekämpfung in der Brandklasse B zu gefährden, kann in dem Leitfaden „Schaumkonzepte für kommunale Feuerwehren“ nachgelesen werden. Baut ein Schaumkonzept im kommunalen Feuerwehrbereich bewusst auf AFFF- oder AFFF-AR-Schaumlöschmittel, ist zu beachten, dass mit diesen Schaumlöschmitteln in der Regel nur Schwerschaum erzeugt werden kann. Je nach Produkt kann möglicherweise auch eine Mittelschaumeignung gegeben sein.

Irrtum 10: Leichtschaum ist nur etwas für stationäre Löschanlagen!

 

Gerade in jüngerer Zeit besinnen sich viele Feuerwehren auf die Vorteile von Leichtschaum für die Brandbekämpfung – insbesondere in der Brandklasse A. Mit Leichtschaum ist es möglich, selbst verwinkelte Räume vollkommen mit Schaum zu fluten. Auf diese Weise wird das Feuer erstickt und dabei der Wasserschaden minimiert.

 

Leichtschaum ermöglicht außerdem, mit dem Löschmittel in Bereiche vorzudringen, die mit Wasser zum Beispiel gar nicht erreichbar wären. Schließlich kann Schaum auch „um die Ecke fließen“. Ein Wasserstrahl geht nur gerade aus. Leichtschaum bis zu einer Verschäumungszahl 400 weist eine ausgesprochen gute Fließfähigkeit auf.

 

Irrtum 11: Druckluftschaum-Systeme (CAFS) sind reine Spielerei!

 

Compressed-Air-Foam-Systeme (Druckluftschaum) bedeuten einen gewissen finanziellen und technischen Aufwand. Sie haben jedoch Vorteile, die das Löschmittel Schaum noch effizienter machen. Durch die sehr homogene Struktur von CAFS-Schaum sind in der Regel dünne Schaumschichten ausreichend, um eine brennbare Flüssigkeit gasdicht und rückzündungssicher abzudecken.

 

Für eine Brandbekämpfung in der Brandklasse A kann mit CAFS ein sehr nasser, aber dennoch haftfähiger Schaum erzeugt werden. Dieser Schaum bleibt selbst bei senkrechten Flächen am Brandgut „kleben“. Die in den Schaumblasen gebundene Flüssigkeit wird gleichmäßig an das Brandgut abgegeben.

 

Ein ebenfalls sehr haftfähiger, trockener Schaum kann vorbeugend aufgetragen werden. Die sehr guten Dämmeigenschaften schützen so Materialien oder Bauteile vor Hitzeschäden oder Entzündung.

 

Leichtschaum: Tipps für den Einsatz

 

Auf Netzwasser setzen inzwischen schon sehr viele Feuerwehren. Und auch mit Schwer- und Mittelschaum werden immer häufiger Brände bekämpft. Einzig an Leichtschaum trauen sich viele Wehren noch nicht heran. Wir erklären, wofür Leichtschaum eingesetzt werden kann und was seine großen Vorteile sind.

 

Brennt Lkw-Garage“, lautet das Einsatzstichwort. Als die ersten Kräfte eintreffen, steht der Komplex bereits in Vollbrand. Der 49-jährige Besitzer versichert, dass sich keine Personen mehr in dem Objekt befinden. An den Blechtoren schlägt die Farbe an der Außenseite durch die Hitzeeinwirkung bereits Blasen. „Ach ja“, sagt der 49-Jährige plötzlich. „Im Inneren stehen auch Fässer mit Dieselkraftstoff.“ An der Rückseite des Gebäudes befindet sich in etwa 3 Meter Höhe ein Fenster, das durch das Feuer bereits zerstört ist.

 

Der Einsatzbefehl lautet: „Fluten mit Leichtschaum über Fensterzugang!“ Zum Einsatz kommt ein Schaumgenerator Typ FlexiFoam. Die Feuerwehren löschen mit einem Mehrbereich-Schaummittel. Nach zirka 3 Minuten ist der Brand unter Kontrolle, nach 6 Minuten gelöscht. „Das war ja einfach“, sagt einer der Einsatzkräfte. „Die eigentliche Arbeit hat der Schaum für uns gemacht…“

Kommunale Feuerwehren sind im täglichen Einsatzgeschehen meistens mit einem sehr breiten Einsatzspektrum konfrontiert. Aus diesem Grund sind auch die zur Normbeladung gehörenden Schaumlöschmittel für eine Eignung als Netzmittel sowie zum Erzeugen von Schwer-, Mittel- und Leichtschaum ausgelegt. Daraus ergibt sich ein sehr breites Anwendungsspektrum für die Brandklassen A (feste Stoffe wie Holz, Kunststoffe oder Kohle) und B (flüssige oder flüssig werdende Stoffe).

 

Während Schwer- und Mittelschaum vor allem für die Brandbekämpfung in der Brandklasse B eingesetzt werden, ergeben sich speziell für Leichtschaum auch signifikante Vorteile für den Einsatz in der Brandklasse A. Bei der Betrachtung der Löscheigenschaften von Feuerlöschschäumen bei verschiedenen Verschäumungszahlen (VZ) wird klar, dass für eine effiziente Brandbekämpfung Verschäumungszahlen im unteren Leichtschaumbereich (VZ 200 bis 400) eine Reihe von Vorteilen und Möglichkeiten bieten.

 

Über die verschiedenen Verschäumungsbereiche hinweg verändern sich die Eigenschaften von Feuerlöschschäumen beziehungsweise…